Die aktuelle Marktsituation in Österreich und warum sich ein genauer Blick lohnt Warum Ausgaben ein zuverlässigeres Bild liefern als das Einkommen
Der neue Blick auf Ihre finanzielle Verhaltensstruktur
Traditionell bestand die Bonitätsprüfung aus klassischen Kennzahlen wie Einkommensnachweisen, Sicherheiten, und einem KSV-Auszug oder Ähnlichem. Heute interessiert Banken zunehmend, wie Sie wirtschaften, nicht nur, wie viel Sie verdienen.
Diese Entwicklung basiert auf einer simplen Erkenntnis:
Ein hohes Einkommen schützt nicht vor finanziellen Schwierigkeiten, wenn die Ausgaben proportional mitwachsen.
Entscheidend ist also jener Teil Ihres Einkommens, der nach Abzug aller regelmäßigen Kosten tatsächlich übrig bleibt. Er bildet Ihren finanziellen Puffer und dieser Puffer ist es, der über Gelassenheit oder Belastung im Alltag als Kreditnehmer:in entscheidet.
Was Ihr Konsumverhalten über Ihre Kreditwürdigkeit verrät
Ihr Konsumverhalten ist kein moralischer Kompass, aber ein finanzieller. Es zeigt:
- Wie bewusst Sie Entscheidungen treffen
- Wie gut Sie planen
- Wie stabil Ihre Zahlungsflüsse sind
- Wie flexibel Sie auf Veränderungen reagieren können
Regelmäßige Kontoüberziehungen, unstrukturierte Ausgaben oder häufige Ratenkäufe signalisieren hingegen Instabilität. Eine geordnete Kontoführung, regelmäßiges Sparen und nachvollziehbare Zahlungsabläufe zeigen Kontrolle und Verantwortungsbewusstsein, zwei Eigenschaften, die Banken hoch einschätzen, weil sie langfristige Sicherheit versprechen.
Wie Banken Ihre Lebenshaltungskosten konkret analysieren
1. Pauschale Mindestwerte.
Diese basieren auf Daten und Fakten wie:
- Haushaltsgröße
- Anzahl der Kinder
- Region
- Gesetzlich definierten Mindestannahmen
Sie dienen als Basis, aber nicht als alleinige Entscheidungsgrundlage. Punkt Nummer Zwei ist ein sehr wichtiger Faktor:
2. Ihre tatsächlichen Ausgaben.
Hier wird Ihr individueller Lebensstil erkennbar. Banken betrachten unter anderem:
- Wohnkosten (Miete, Betriebskosten, Energie und Heizung)
- Mobilität (Auto, Öffis, Leasing, Sprit)
- Versicherungen
- Digitaler Konsum (Abos, Streaming, Apps)
- Lebensmittel, Freizeit, Restaurantbesuche
- Gesundheitskosten
- Regelmäßige Lastschriften und Kaufgewohnheiten
Entscheidend ist nicht unbedingt, wofür Sie Geld ausgeben, sondern wie konstant und planbar Ihre Ausgaben sind. Wenn am Monatsende ein Puffer bleibt, signalisiert das Stabilität. Wenn der Kontostand im schlimmsten Fall regelmäßig an der Untergrenze kratzt, ist Vorsicht angesagt.
Die Haushaltsrechnung als Basis für Ihren Finanzierungsrahmen
Warum ein Liquiditätspuffer unverzichtbar ist
Eine Finanzierung für Ihr Eigenheim läuft in den meisten Fällen nicht ein paar Jahre, sondern begleitet Sie über Jahrzehnte. In dieser Zeit können viele Dinge passieren:
- Einkommen sinken
- Energiekosten steigen
- Reparaturen werden notwendig
- Kinder kommen hinzu
- Gesundheitliche Belastungen entstehen
Ohne ausreichend Puffer verwandelt sich jede kleine Veränderung in Stress. Mit Puffer hingegen bleibt der Alltag stabil, die Lebensqualität erhalten und die Kreditrate problemlos tragbar.
Ein Puffer bedeutet also Sicherheit, Selbstbestimmung, Gelassenheit sowie Stabilität in Krisenzeiten. Wie hoch dieser ist, ist immer individuell, aber allgemein empfiehlt sich ein Richtwert von 3-6 Monatsgehältern.
Wie Sie Ihre Lebenshaltungskosten sinnvoll optimieren
1. Analysieren und dokumentieren Sie Ihre Ausgaben über mindestens drei Monate.
2. Eliminieren Sie stille Kostenfresser.
3. Strukturieren Sie Ihre variablen Kosten.
4. Bauen Sie sich bewusst einen Puffer auf.
Welche Verhaltensmuster Banken positiv bewerten:
- geordnete, nachvollziehbare Kontobewegungen
- seltene oder keine Überziehungen
- regelmäßiges Sparverhalten
- stabile Zahlungsflüsse
- realistische Priorisierung im Alltag
- mentaler und finanzieller Abstand zu Konsumdruck
Diese Faktoren zeigen Verantwortungsbewusstsein und erhöhen die Wahrscheinlichkeit einer positiven Kreditentscheidung.
Warum die Prüfung Ihrer Ausgaben letztlich zu Ihrem Vorteil ist
Banken prüfen Ihre Lebenshaltungskosten nicht, um den Prozess komplizierter zu machen. Sie tun es, um sicherzustellen, dass Sie Ihr Zuhause langfristig behalten können und das ohne ständigen finanziellen Druck, ohne Angst vor Zahlungsschwierigkeiten und ohne das Risiko, Ihren Lebensstandard drastisch senken zu müssen.
Eine solide Haushaltsrechnung schützt letztendlich Ihre finanzielle Stabilität, Ihre mentale Gesundheit, Ihre Lebensqualität und Ihre Familie und sollte deshalb am Weg zur Finanzierung des Eigenheims an oberer Stelle stehen.
Ihre Ausgaben bestimmen Ihre Finanzierungsstärke
Wer versteht, warum Banken Lebenshaltungskosten so genau prüfen, erkennt, dass es nicht um Kontrolle geht, sondern um Stabilität, Sicherheit und eine gesunde finanzielle Zukunft. Ihr Konsumverhalten zeigt, wie tragfähig eine Finanzierung wirklich ist und wie entspannt Sie Ihren Wohntraum verwirklichen können. Wir von clever-finanziert helfen Ihnen gerne dabei, diesen zu verwirklichen und helfen Ihnen auch bei der Erfüllung der Anforderungen, die Banken aktuell an Kreditnehmer:innen haben.
Vereinbaren Sie dazu HIER ein persönliches Gespräch mit uns, bei dem wir konkret auf Ihre persönliche Situation eingehen. Wir freuen uns auf Sie!
Im Anschluss haben wir noch eine Checkliste für Sie erstellt, die die wichtigsten Informationen beinhaltet zur Selbstüberprüfung, ob Sie für eine Immobilienfinanzierung bereit sind:
Checkliste: Sind Sie finanziell bereit für eine Immobilienfinanzierung?
1. Kontoverhalten:
- Keine oder seltene Kontoüberziehungen
- Nachvollziehbare, geordnete Zahlungsflüsse
- Monatlicher Überschuss vorhanden
2. Haushaltsrechnung:
- Überblick über alle Ausgaben der letzten 3 Monate
- Unnötige Abos/Mitgliedschaften gekündigt
- Tarifmodelle (Strom, Handy, Versicherungen) optimiert
3. Liquiditätspuffer:
- Rücklagen für mind. 3–6 Monatsausgaben vorhanden
- Puffer für Reparaturen, Energiekosten und unerwartete Ereignisse
4. Konsumverhalten:
- Bewusster Umgang mit variablen Ausgaben
- Keine spontanen Konsumfinanzierungen oder BNPL-Dauernutzung, wie z.B. Klarna
- Stabiles, realistisches Alltagsbudget
5. Zukunftssicherheit:
- Einkommen realistisch bewertet
- Lebensveränderungen (Kinder, Jobwechsel, Gesundheit) bedacht
- Rate so kalkuliert, dass sie auch in schwierigen Zeiten tragbar bleibt

