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Eigenheim trotz steigender Zinsen: Warum sich eine Finanzierung weiterhin lohnen kann

Inhaltsverzeichnis

Der Wunsch nach den eigenen vier Wänden ist für viele Menschen weit mehr als eine finanzielle Entscheidung. Dahinter steht oft die Vorstellung von einem Zuhause, das wirklich ihnen gehört und das langfristig zum eigenen Leben passt. Für manche bedeutet das mehr Platz für die Familie oder einen eigenen Garten, für andere eine Wohnung in der richtigen Lage oder einfach das gute Gefühl, etwas Eigenes aufzubauen. Vielleicht gibt es dafür bereits eine passende Immobilie, vielleicht ist es bisher noch ein Wunsch, der langsam immer konkreter wird.

Gleichzeitig ist es derzeit nicht immer einfach, diesen Wunsch mit einem guten Gefühl zu verfolgen. Die vergangenen Jahre haben gezeigt, wie schnell sich die Rahmenbedingungen verändern können. Auf eine lange Phase außergewöhnlich niedriger Zinsen folgten deutliche Zinserhöhungen, steigende Lebenshaltungskosten und strengere Anforderungen an Finanzierungen. Nachdem sich die Situation zuletzt wieder etwas entspannt hatte, hat die Europäische Zentralbank (EZB) am 10. September 2026 die Leitzinsen erneut um 0,25 Prozentpunkte angehoben. Der Einlagensatz liegt nun bei 2,50 Prozent.

Wer gerade über den Kauf eines Hauses oder einer Wohnung, einen Neubau oder eine größere Sanierung nachdenkt, stellt sich deshalb verständlicherweise die Frage: Ist jetzt überhaupt noch ein guter Zeitpunkt für ein Eigenheim?

Die Antwort darauf ist individueller, als es die Schlagzeilen über steigende Zinsen vermuten lassen. Denn eine Zinserhöhung bedeutet nicht automatisch, dass eine Immobilienfinanzierung plötzlich nicht mehr leistbar ist. Ebenso wenig bedeutet sie, dass es grundsätzlich besser wäre, ein geplantes Projekt um ein oder zwei Jahre zu verschieben.

Viel wichtiger ist die Frage, welche Finanzierung unter den aktuellen Bedingungen für Sie persönlich möglich ist und ob diese langfristig zu Ihrem Leben und Ihrem finanziellen Spielraum passt.

Die Unsicherheit am Markt ist verständlich

Viele Menschen, die heute über Wohneigentum nachdenken, haben die Jahre der extrem niedrigen Zinsen noch sehr präsent vor sich. Finanzierungen zu Konditionen, die aus heutiger Sicht außergewöhnlich günstig erscheinen, waren über längere Zeit fast selbstverständlich geworden. Als die Zinsen ab 2022 innerhalb relativ kurzer Zeit deutlich stiegen, änderte sich dieses Bild entsprechend schnell.

Dadurch hat sich auch unsere Wahrnehmung dessen verschoben, was ein „normaler“ Zinssatz für einen Wohnkredit ist.

Hinzu kommt, dass nicht nur die Finanzierungskosten eine Rolle spielen. Wer ein Eigenheim plant, denkt heute häufig gleichzeitig über Inflation, Energiepreise, geopolitische Konflikte und die allgemeine wirtschaftliche Entwicklung nach. Dazu kommen die ganz persönlichen Fragen: Ist mein Einkommen langfristig sicher? Wie hoch darf meine monatliche Belastung sein? Wie viel Eigenkapital sollte ich einsetzen? Was passiert, wenn sich meine Lebenssituation verändert?

Diese Überlegungen sind berechtigt. Schließlich ist der Kauf einer Immobilie für die meisten Menschen eine der größten finanziellen Entscheidungen ihres Lebens.

Gerade deshalb ist es jedoch wichtig, zwischen allgemeiner Unsicherheit und der eigenen konkreten finanziellen Situation zu unterscheiden. Denn während die Schlagzeilen für alle dieselben sind, können die Finanzierungsmöglichkeiten zweier Haushalte völlig unterschiedlich aussehen.

Was die aktuelle Zinserhöhung tatsächlich für Wohnkredite bedeutet

Die Entscheidung der EZB beeinflusst das allgemeine Zinsumfeld im Euroraum und damit mittelbar auch die Konditionen für Wohnbaufinanzierungen. Die EZB hat ihre drei Leitzinsen am 10. September um jeweils 0,25 Prozentpunkte erhöht. Als Grund nennt sie insbesondere den anhaltenden Inflationsdruck, der unter anderem durch die geopolitische Situation und höhere Energiepreise verstärkt wird.

Das bedeutet allerdings nicht, dass jeder Wohnkredit nun automatisch um genau 0,25 Prozentpunkte teurer wird.

Der Zinssatz, den eine Bank für eine konkrete Immobilienfinanzierung anbietet, hängt von wesentlich mehr Faktoren ab. Neben der allgemeinen Zinsentwicklung spielt vor allem Ihre persönliche finanzielle Ausgangssituation eine wichtige Rolle. Dazu gehören etwa die Höhe des Kredits und die verfügbaren Eigenmittel, aber auch Ihre Bonität und die gewünschte Laufzeit. Zusätzlich fließen die gewählte Zinsbindung sowie die Bewertung und Lage der Immobilie in die Konditionen ein.

Auch zwischen den Banken bestehen Unterschiede. Institute bewerten Kunden, Immobilien und Finanzierungsmodelle nicht vollkommen identisch und verfolgen unterschiedliche Konditionen- und Risikostrategien. Ein Angebot, das bei einer Bank wenig attraktiv erscheint, kann deshalb bei einem anderen Institut deutlich interessanter ausfallen.

Genau das macht einen Vergleich in der derzeitigen Situation besonders wichtig.

Der Markt für Wohnkredite ist keineswegs zum Stillstand gekommen

Bei all der Unsicherheit gibt es einen Aspekt, der in der öffentlichen Diskussion leicht untergeht: Menschen finanzieren auch heute Immobilien und das meist erfolgreich und ohne nennenswerte Zwischenfälle.

Daten der Oesterreichischen Nationalbank zufolge ist die Nachfrage privater Haushalte nach Wohnbaukrediten seit Anfang 2024 wieder gestiegen. Im zweiten Quartal 2026 setzte sich diese Entwicklung fort. Auch bei der tatsächlichen Kreditvergabe zeigt sich eine deutliche Erholung: Im März, April und Mai 2026 wurden jeweils mehr als 1,6 Milliarden Euro an neuen Wohnbaukrediten vergeben.

Das bedeutet natürlich nicht, dass die Situation wieder mit den Jahren der extrem niedrigen Zinsen vergleichbar wäre. Das muss sie aber auch nicht sein.

Interessant ist vielmehr, dass sich viele Haushalte offenbar wieder mit dem Thema Wohneigentum beschäftigen, obwohl die Finanzierungskosten höher sind als während der historischen Niedrigzinsphase. Die OeNB nennt unter anderem verbesserte Aussichten am Wohnimmobilienmarkt und einen gestiegenen Optimismus der Haushalte, die sich für eine Finanzierung interessieren, als Gründe für die höhere Nachfrage.

Der Markt hat sich also verändert, aber der Wunsch nach Wohneigentum ist bei vielen Menschen geblieben.

Vielleicht müssen wir uns auch von den Ausnahmejahren verabschieden

Ein Teil der aktuellen Verunsicherung entsteht dadurch, dass heutige Finanzierungen immer noch mit der Niedrigzinsphase der vergangenen Jahre verglichen werden.

Dabei waren gerade diese Jahre historisch außergewöhnlich.

Wohnbaukredite mit Zinssätzen nahe einem Prozent haben unsere Vorstellung davon geprägt, wie günstig eine Immobilienfinanzierung sein kann. Sie sind aber kein sinnvoller Maßstab dafür, unter welchen Bedingungen Wohneigentum grundsätzlich finanzierbar ist.

Die OeNB hat bereits 2025 darauf hingewiesen, dass die damaligen Zinsen für neue Wohnbaukredite nur moderat über dem langfristigen Durchschnitt seit 2003 lagen. Die historischen Tiefststände von rund 1,2 Prozent Anfang 2021 bis zum ersten Quartal 2022 waren dagegen eine Ausnahmesituation.

Das bedeutet nicht, dass höhere Zinsen irrelevant sind. Selbst wenige Zehntelprozentpunkte können bei großen Kreditbeträgen und langen Laufzeiten einen spürbaren Unterschied machen.

Es bedeutet aber, dass die entscheidende Frage nicht sein sollte, ob wir jemals wieder die außergewöhnlichen Konditionen der Niedrigzinsjahre sehen werden.

Entscheidender ist, ob sich ein konkretes Eigenheim unter den heutigen Bedingungen solide und langfristig finanzieren lässt.

Sollte man jetzt kaufen oder lieber auf niedrigere Zinsen warten?

Genau hier wird es schwierig, denn den perfekten Zeitpunkt für eine Immobilienfinanzierung kennt niemand im Voraus.

Natürlich wäre es angenehm, heute bereits zu wissen, dass die Zinsen in sechs Monaten deutlich niedriger sein werden. Dann könnte man einfach warten. Genauso hilfreich wäre es zu wissen, dass sie weiter steigen werden, denn dann könnte man versuchen, sich die heutigen Konditionen zu sichern.

In der Realität gibt es diese Sicherheit nicht.

Die EZB entscheidet abhängig von der weiteren Entwicklung von Inflation, Konjunktur und anderen wirtschaftlichen Faktoren von Sitzung zu Sitzung. Nach der Entscheidung vom 10. September folgt bereits am 29. Oktober die nächste reguläre Zinsentscheidung, eine weitere steht im Dezember an.

Für die kommenden Monate bleibt das Umfeld daher von Unsicherheit geprägt. Die EZB erwartet in ihren aktuellen Projektionen eine durchschnittliche Inflation von 3,0 Prozent im Jahr 2026 und 2,5 Prozent im Jahr 2027. Erst danach soll sie sich weiter dem mittelfristigen Ziel von 2 Prozent annähern. Gleichzeitig zeigt sich die Wirtschaft im Euroraum robuster als noch vor einigen Monaten erwartet.

Eine schnelle Rückkehr zu den extrem niedrigen Zinsen früherer Jahre sollte deshalb nicht die Grundlage einer Entscheidung für oder gegen eine Wohnimmobilie sein. Ebenso wäre es jedoch voreilig, davon auszugehen, dass Wohnbaufinanzierungen zwangsläufig immer teurer werden. Die Entwicklung hängt von zu vielen Faktoren ab.

Auch Warten ist eine Entscheidung

Wer mit einem Immobilienkauf wartet, vermeidet zunächst das Risiko, heute zu ungünstigeren Konditionen abzuschließen und später niedrigere Zinsen zu sehen.

Auch diese Entscheidung hat eine zweite Seite.

Während man wartet, können sich Immobilienpreise verändern. Eine passende Immobilie kann verkauft werden, Mieten können steigen und die eigene Einkommens- oder Familiensituation kann sich verändern. Gleichzeitig können sich natürlich auch neue Chancen ergeben.

Deshalb sollte die Entscheidung für oder gegen einen Immobilienkauf nicht ausschließlich von einer Prognose über die nächste EZB-Sitzung abhängen.

Wer eine Immobilie gefunden hat, in der er langfristig leben möchte, über eine solide finanzielle Ausgangslage verfügt und eine monatliche Rate darstellen kann, die ausreichend Spielraum für das übrige Leben lässt, befindet sich in einer völlig anderen Situation als jemand, dessen Finanzierung bereits bei den heutigen Konditionen bis an die Belastungsgrenze reicht.

Beide Personen hören dieselben Nachrichten über die EZB. Für ihre persönliche Entscheidung können daraus trotzdem vollkommen unterschiedliche Konsequenzen entstehen.

Eine gute Finanzierung muss auch dann funktionieren, wenn nicht alles perfekt läuft

Gerade in unsicheren Zeiten sollte eine Immobilienfinanzierung ausreichend finanziellen Spielraum lassen.

Das Ziel sollte nicht darin bestehen, den maximal möglichen Kreditbetrag auszuschöpfen, sondern eine Finanzierung zu finden, die auch dann noch gut tragbar bleibt, wenn das Leben einmal anders verläuft als geplant.

Dazu gehört, die monatliche Kreditrate gemeinsam mit allen anderen laufenden Kosten realistisch zu betrachten. Rücklagen sollten ebenso berücksichtigt werden wie mögliche Reparaturen, Veränderungen bei den Energiekosten oder größere Ausgaben, die während einer langen Kreditlaufzeit zwangsläufig auftreten können.

Auch die Entscheidung zwischen einer variablen Verzinsung und einer längeren Fixzinsbindung gehört zu diesen Überlegungen.

Variable Kredite können interessant sein, wenn die Zinsen künftig wieder sinken. Gleichzeitig tragen Kreditnehmer das Risiko weiterer Zinserhöhungen stärker selbst. Eine Fixzinsbindung bietet dagegen für einen vereinbarten Zeitraum mehr Planungssicherheit, was gerade in einem unsicheren Marktumfeld für viele Menschen attraktiv ist.

Dass dieses Bedürfnis nach Sicherheit derzeit besonders groß ist, zeigt auch das Verhalten österreichischer Kreditnehmer:innen: 2025 waren laut OeNB 86 Prozent der neu abgeschlossenen Wohnbaukredite fix verzinst.

Es geht also nicht ausschließlich darum, den niedrigsten möglichen Zinssatz zu finden. Eine gute Finanzierung sollte zu den eigenen Prioritäten, zum Sicherheitsbedürfnis und zum verfügbaren finanziellen Spielraum passen.

Kleine Unterschiede können über viele Jahre groß werden

Gerade weil Immobilienkredite meist hohe Summen und lange Laufzeiten haben, lohnt sich ein genauer Vergleich.

Ein Unterschied von einigen Zehntelprozentpunkten klingt zunächst gering. Über viele Jahre und einen Kreditbetrag von mehreren hunderttausend Euro kann daraus jedoch ein erheblicher Unterschied bei den gesamten Finanzierungskosten entstehen.

Gleichzeitig sollte man sich nicht nur auf den Nominalzinssatz konzentrieren. Faktoren wie Laufzeit, Fixzinsperiode, Gebühren, Sondertilgungsmöglichkeiten und weitere Vertragsbedingungen beeinflussen ebenfalls, wie attraktiv eine Finanzierung tatsächlich ist.

Hinzu kommt, dass Banken dieselbe Ausgangssituation unterschiedlich beurteilen können. Auch regionale Unterschiede sind derzeit sichtbar und für energieeffiziente Immobilien oder entsprechende Sanierungen können teilweise besondere Konditionen angeboten werden.

Deshalb ist die Frage „Wie hoch sind die Zinsen gerade?“ zwar ein sinnvoller Ausgangspunkt. Für eine konkrete Finanzierung ist die bessere Frage jedoch: “Welche Konditionen kann ich mit meiner persönlichen Ausgangssituation tatsächlich bekommen?”

Was könnte in den kommenden Monaten passieren?

Ein verlässlicher Blick in die Zukunft ist bei Zinsen nicht möglich. Die Inflation dürfte den Euroraum zunächst weiter beschäftigen und auch Energiepreise sowie geopolitische Entwicklungen bleiben wichtige Unsicherheitsfaktoren. Weitere Zinsentscheidungen werden daher stark davon abhängen, wie sich Inflation und Wirtschaft tatsächlich entwickeln.

Gleichzeitig gibt es positive Signale. Die Wirtschaft im Euroraum zeigt sich nach Einschätzung der EZB widerstandsfähiger als erwartet. Auch am österreichischen Wohnkreditmarkt ist wieder mehr Bewegung zu beobachten: Nach dem deutlichen Rückgang infolge der Zinswende ab 2022 hat sich die Kreditnachfrage erholt und es werden wieder mehr Wohnbaukredite vergeben.

Für Immobilieninteressierte bedeutet das vor allem: Es gibt keinen Grund für Panik, aber gute Gründe, die eigene Finanzierung genau zu prüfen.

Der Traum vom Eigenheim muss nicht auf bessere Zeiten warten

Wer vom eigenen Haus oder der eigenen Wohnung träumt, muss diesen Wunsch nicht aufgeben, nur weil die Zinsen wieder gestiegen sind. Auch ein geplanter Umbau oder eine Sanierung muss deshalb nicht automatisch auf unbestimmte Zeit verschoben werden. Gleichzeitig sollte eine große Finanzierung natürlich nicht aus Sorge abgeschlossen werden, dass die Zinsen möglicherweise noch weiter steigen könnten.

Viel sinnvoller ist es, herauszufinden, was unter den heutigen Bedingungen tatsächlich möglich ist. Vielleicht ist das gewünschte Projekt bereits gut finanzierbar. Vielleicht lässt sich durch eine andere Laufzeit, Zinsbindung oder ein besseres Angebot einer anderen Bank eine passendere Lösung finden. Es kann aber auch sinnvoll sein, noch etwas Eigenkapital aufzubauen oder das geplante Kreditvolumen anzupassen.

Eine Finanzierungsprüfung schafft hier vor allem eines: Klarheit. Denn während Nachrichten über Leitzinsen, Inflation und Prognosen den gesamten Markt betreffen, hängt Ihre Finanzierung von Ihrer persönlichen Situation und den konkreten Angeboten der Banken ab.

Wenn Sie den Kauf eines Hauses oder einer Wohnung, einen Neubau, Umbau oder eine Sanierung planen, prüfen wir bei clever-finanziert gemeinsam mit Ihnen, welche Möglichkeiten aktuell zu Ihrer Situation passen und vergleichen Angebote unterschiedlicher Banken.

So wird aus der Frage „Kann ich mir in diesem Zinsumfeld überhaupt noch ein Eigenheim leisten?“ eine konkrete Rechnung und aus einem Wunsch vielleicht schon bald ein realistischer Plan.

Denn auch in einem bewegten Zinsmarkt gilt: Der Traum vom Eigenheim muss nicht auf den perfekten Zeitpunkt warten. Entscheidend ist eine Finanzierung, die heute zu Ihnen passt und mit der Sie sich auch morgen noch wohlfühlen.

Vereinbaren Sie gleich HIER einen Termin für ein erstes, unverbindliches Gespräch mit uns. Wir gehen gerne auf Ihre individuelle Situation ein. Wir freuen uns auf Sie!

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