Barrierefreies Wohnen klingt für viele Menschen zunächst nach einem Thema, das erst „irgendwann später“ relevant wird. Vielleicht mit 70. Vielleicht dann, wenn die eigene Mobilität nachlässt. Vielleicht, wenn ein Unfall passiert ist oder wenn Angehörige Unterstützung brauchen. Doch die Realität, sowohl gesellschaftlich als auch wirtschaftlich, zeigt ein anderes Bild: Der demografische Wandel schreitet schneller voran, Immobilienmärkte verändern sich, und Fördermodelle begünstigen jene, die frühzeitig handeln. Wer heute saniert, plant also nicht nur schöner und komfortabler, sondern auch klüger und zukunftssicher.
Im folgenden Blogbeitrag erfahren Sie, warum barrierefreies und altersgerechtes Umbauen kein Thema für später, sondern ein strukturiert geplanter Vorteil für heute ist. Sie lesen, welche Trends den Markt beeinflussen, welche Fördermöglichkeiten Ihnen zur Verfügung stehen, warum die Nachfrage nach barrierefreien Immobilien stark steigt und wie Sie die Finanzierung so gestalten, dass sie zu Ihrer Lebensphase und Ihrem Budget passt. Und vor allem: Sie erfahren, wie Sie sich mit wohlüberlegten Entscheidungen ein Wohnumfeld schaffen, das Sicherheit gibt, statt Sorgen auszulösen.
Die Alterung der Bevölkerung: Ein Trend, der Wohnräume verändert
Österreich gehört zu den Ländern mit einer der schnellsten demografischen Verschiebungen in Europa. Menschen werden älter, bleiben länger aktiv und möchten möglichst lange selbstbestimmt in den eigenen vier Wänden leben. Dass die Babyboomer-Generation in den Ruhestand eintritt, verstärkt diesen Effekt zusätzlich.
Doch was bedeutet das konkret für (zukünftigen) Wohnraum?
Die Nachfrage nach barrierefreien Immobilien steigt massiv.
Barrierefreies Wohnen wird nicht nur für Seniorinnen und Senioren relevant. Auch Menschen mittleren Alters erkennen, dass ein unfallbedingter Ausfall, eine begrenzte Mobilität oder temporäre Einschränkungen jederzeit Realität werden können.
Häuser und Wohnungen ohne Barrieren werden zu einem Wettbewerbsvorteil.
Während die Immobilienpreise in vielen Regionen stagnieren oder sogar fallen, zeigt sich ein gegenteiliger Trend: Immobilien mit barrierefreien Lösungen erzielen höhere Marktwerte und sind leichter zu vermieten oder zu verkaufen.
Lebensqualität wird zum wichtigsten Maßstab.
Warum jetzt über barrierefreies Umbauen nachdenken, auch wenn Sie sich noch jung fühlen
Viele Menschen verbinden altersgerechtes Bauen mit einem Gefühl der Endlichkeit. Doch moderne, barrierefreie Wohnkonzepte schaffen das Gegenteil: Sie eröffnen Freiheit, Flexibilität und Unabhängigkeit und das in jeder Lebensphase.
Dazu könnten folgende Maßnahmen gehören:
- Eine Dusche ohne Schwelle, weil sie einfach ästhetischer und praktischer ist.
- Breitere Türen, weil sie einen offenen Wohnfluss ermöglichen und später Platz für Hilfsmittel bieten können.
- Lichtkonzepte, die Orientierung geben und Atmosphäre schaffen.
- Stufenlose Übergänge, die Designanspruch und Alltagstauglichkeit verbinden.
Barrierefreiheit bedeutet heute nicht „klinisch“ oder „funktional“, sondern hochwertig, elegant und architektonisch modern.
Und wenn Sie ohnehin sanieren, sei es Bad, Küche, Elektrik, Boden oder Eingangsbereich, dann sind die Mehrkosten für barrierefreie Lösungen meist überraschend gering, wenn sie von Anfang an mit eingeplant werden statt nachträglich.
Wenn Sie jetzt damit beginnen, sich mit dem Thema barrierefreies Wohnen zu beschäftigen und entsprechende Lösungen in die Planung des Eigenheims integrieren, sparen Sie später hohe Umbaukosten. Wer vorausdenkt, verhindert Stresssituationen in unerwarteten Lebenslagen. Wenn man es dann auch noch schafft, wertsteigernd zu sanieren, sichert man sich somit langfristige Finanzierungsvorteile und Marktchancen.
Wertsteigerung: Warum barrierefreie Immobilien stärker profitieren
Der Immobilienmarkt verändert sich, doch ein Faktor bleibt dabei meist stabil: Immobilien, die altersgerechte Bedürfnisse erfüllen, behalten ihren Wert und steigern ihn oft sogar.
Barrierefreie Immobilien gelten zunehmend als sogenannte „Future-Proof Assets“.
Das bedeutet: Sie sind für größere Zielgruppen geeignet, bleiben länger bewohnbar und können leichter vermietet werden. Darüber hinaus erzielen sie höhere Wiederverkaufswerte und verlieren selbst in einem Marktabschwung weniger an Wert.
Vor allem in Ballungsräumen wie Wien, Graz, Linz, Salzburg oder Innsbruck besteht ein wachsender Mangel an barrierefreiem Wohnraum. In ländlichen Regionen wiederum wollen viele Menschen möglichst lange im eigenen Haus bleiben und Umbauten werden meist zu einer Lebensversicherung gegen späteren Wohnungswechsel.
Ein weiterer Aspekt kommt hinzu:
Barrierefreiheit ist ein Qualitätsmerkmal einer Wohnimmobilie, ähnlich wie die Energieeffizienz. Was vor 15 Jahren ein „Nice-to-have“ war, ist heute eine Standarderwartung.
Mit barrierefreien Anpassungen wird sich derselbe Trend wiederholen.
Welche Umbauten gelten als besonders wirkungsvoll?
Hier einige Beispiele, die nicht nur den persönlichen Wohnkomfort steigern, sondern nachweislich den Marktwert erhöhen:
Schwellenlose Zugänge und Wege: Haustüren, Terrassenübergänge, Eingangsbereiche, die kein Hindernis für Rollstühle oder sonstige Gehhilfen bieten.
Badezimmerumbau: Bodenebene Duschen, rutschhemmende Oberflächen, unterfahrbare Waschtische und ausreichende Bewegungsflächen mindern mögliche Gefahren im Badezimmer.
Treppen- und Liftlösungen: Auch Plattformlifte oder modulare Lösungen sollen das oftmals schon beschwerliche Treppensteigen obsolet machen.
Türbreiten und Bewegungsradien: Dies ist wichtig für Kinderwagen genauso wie für Rollatoren.
Intelligente Licht- und Orientierungssysteme: Sicherheit und Design können somit bestens vereint werden.
Küchenanpassungen: Ergonomisch, flexibel und höhenverstellbar für das Kochen im Alter, das viele noch gerne tun.
All diese Maßnahmen sind nicht nur funktional, sie sind auch wohnästhetische Upgrades. Schließlich darf man sich in jedem Alter in den eigenen vier Wänden wohl fühlen.
Fördermodelle: Welche Zuschüsse und Unterstützungen möglich sind
Österreich bietet, je nach Bundesland und Situation, eine Reihe an Förderprogrammen, die barrierefreies Umbauen finanziell erleichtern. Dazu gehören:
Wohnbauförderungen der Länder:
Viele Bundesländer unterstützen altersgerechte Umbauten mit Zuschüssen oder zinsgünstigen Darlehen.
Förderungen für Pflege- oder Mobilitätseinschränkungen:
Wenn ein Bedarf nachgewiesen wird, erhöhen sich die Förderhöhen deutlich.
Steuerliche Vorteile:
Bestimmte Sanierungsmaßnahmen können steuerlich geltend gemacht werden.
Förderungen in Kombination mit energetischer Sanierung:
Barrierefreiheit und Energieeffizienz werden zunehmend gekoppelt gefördert.
Zuschüsse für Treppenlifte oder Badumbauten:
Je nach Voraussetzung und Pflegegrad können hierfür zusätzliche Förderquellen greifen.
Die entscheidende Herausforderung dabei ist jedoch die Tatsache, dass Förderlandschaften mitunter komplex sind. Fristen und Kriterien unterscheiden sich oft deutlich voneinander, wobei Kombinationen verschiedener Förderungen möglich sind, aber nur mit korrekter Antragstellung. Viele lassen also Geld liegen, weil sie die verfügbaren Angebote nicht kennen.
Hier lohnt sich eine professionelle Beratung, besonders in Verbindung mit der Finanzierung Ihres Eigenheims.
Zukunftssicher finanzieren: Welche Modelle sinnvoll sind
Barrierefreier Umbau kann auf unterschiedliche Weise finanziert werden, abhängig von Lebensphase, Immobilientyp und Investitionsumfang:
Klassische Sanierungsfinanzierung: Sie ist geeignet für größere Umbaumaßnahmen und oft mit günstigen Fixzinsen verbunden.
Wohnkredit mit Nachbesicherung: Wenn noch ausreichend Wert im Objekt steckt, macht diese Form der Finanzierung durchweg Sinn.
Kombination aus Förder- und Bankfinanzierung: Dies kann optimal sein, um die Zinsbelastung zu minimieren.
Finanzierung über Modernisierungsdarlehen: Besonders geeignet für kleinere Projekte mit kurzer Laufzeit.
Umschuldung und Umbaufinanzierung: Können sinnvoll sein, wenn bestehende Kredite gerade zu teuer sind.
Nutzung von Eigenkapitalreserven: z. B. bei Lebensversicherungsauszahlung oder Erbe.
Egal, für welche Form der Finanzierung Sie sich entscheiden, wichtig ist dabei folgender Grundsatz: Die Finanzierung sollte Sie nicht belasten, sondern entlasten.
Das bedeutet Planung nach Haushaltsbudget, langfristigen Lebensperspektiven, künftiger Einkommensentwicklung und der Wertentwicklung der Immobilie.
Eine gute Finanzierung fühlt sich nicht schwer an, sondern schafft Bewegungsfreiheit!
Trends, die das Thema altersgerechtes Wohnen weiter verstärken:
Smart Living und Barrierefreiheit verschmelzen: Automatisierte Türöffner, Sturzsensorik, Sprachsteuerung: Die Technologie ersetzt immer mehr bauliche Barrieren.
Multigenerationenwohnen erlebt ein Comeback: Barrierefreiheit schafft Flexibilität für Familienmodelle, bei denen mehrere Generationen unter einem Dach leben.
Pflege findet zunehmend zuhause statt: Das Gesundheitssystem steuert klar in Richtung häuslicher Versorgung, bei dem sich, je nach individueller Möglichkeit, immer mehr Menschen bewusst gegen ein Altersheim entscheiden.
Nachhaltigkeit und Bestandsadaptierung werden politisch gefördert: Kurz gesagt heißt das: Abriss wird teurer, Sanierung wird belohnt.
Menschen wollen länger unabhängig bleiben: Hierbei dominieren klare Werte wie Würde, Selbstbestimmung, Lebensqualität.
Warum rechtzeitige Planung Sicherheit gibt, ohne Angst zu machen
Niemand soll sich unter Druck gesetzt fühlen. Und niemand soll das Gefühl haben, „vorsorgen zu müssen, weil etwas Schlimmes passieren könnte.“
Stattdessen geht es um eine einfache, entspannte Botschaft: Sie planen nicht für den Verlust Ihrer Wohnqualität, sondern für Ihre Freiheit. Barrierefreiheit ist kein Thema des Alters, sondern ein Thema der Lebensqualität. Und wer heute klug plant, wohnt morgen entspannter.
Barrierefreies Wohnen nimmt Sorgen, gibt Spielraum und ermöglicht Entscheidungen statt Notlösungen. Es verhindert auch geografische Abhängigkeit, schützt vor raschem Umzug im Alter und stärkt Würde und Selbstbestimmung.
Ihr nächster Schritt
Wenn Sie gerade überlegen, Ihr Zuhause zu sanieren, vorausschauend umzubauen, Förderungen optimal auszuschöpfen, Ihre Immobilie wertsteigernd weiterzuentwickeln oder eine Finanzierung zu planen, die zu Ihrem Leben passt, dann lohnt sich auf jeden Fall ein Gespräch mit uns. Vereinbaren Sie gleich HIER einen Termin. Wir freuen uns auf Sie!

